Erlebnisbericht: Wetterstation Kalmit und ihre Schätze

Dank der Initiative von Patricia Gropp, unserem engagierten CV-Mitglied aus Darmstadt, konnten wir die Kalmit-Wetterstation besichtigen – und das Interesse war mit 15 Teilnehmern schnell groß.

Allerdings mussten wir spontan umplanen: Wegen angekündigten Regens wurde der Start kurzerhand um zwei Stunden vorgezogen. Unterhalb der Wetterstation wurden wir von Christian Müller begrüßt, ehemaliger Gemeindeangestellter und heute Geschäftsführer von Klima-Palatina. Schon nach wenigen Minuten war klar: Hier spricht jemand mit echter Leidenschaft. Als Hobbymeteorologe seit Schulzeiten und begnadeter Erzähler nahm er uns mit auf eine spannende Reise durch die Geschichte der Messtechnik. Besonders hängen geblieben ist die Erkenntnis, dass die „Temperatur im Schatten“ gar nicht im natürlichen Schatten gemessen wird, sondern in einer durchaus besonnten, aber belüfteten Wetterstation mit definierter Höhe über dem Boden.

Auch einen Blick in die Zukunft bekamen wir: Müller zeigte uns die Pläne zur Renaturierung des ehemaligen NATO-Geländes neben dem Kalmitturm, die in den nächsten drei Jahren umgesetzt werden sollen.

Anschließend ging es für uns hinauf in den Kalmitturm auf 690 Metern Höhe. Die unteren Stockwerke, früher die kleine Wohnung des Wetterwarts, dienen heute als Ausstellungs- und Dokumentationsräume mit spannenden Exponaten historischer Messtechnik. Im obersten Stockwerk – dem Herzstück der Anlage – laufen schließlich alle aktuellen Messdaten zusammen, werden auf der Website veröffentlicht und an den Deutschen Wetterdienst weitergegeben.

Neben vielen fachlichen Einblicken sorgte Müller immer wieder mit persönlichen Anekdoten aus seinem Austausch mit Behörden und Institutionen für Unterhaltung. Und auch der Genuss kam nicht zu kurz: Bei einem Glas frischem Riesling und Laugengebäck ließ es sich wunderbar zuhören.

Nach rund drei Stunden endete die Führung mit einem echten Highlight: Auf der Aussichtsplattform genossen wir in den letzten Sonnenstrahlen einen beeindruckenden 360-Grad-Blick über die Rheinebene und den Pfälzerwald – ein perfekter Abschluss eines rundum gelungenen Ausflugs.