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| Das Schuhmuseum Hauenstein im Rücken, bietet uns Timo Keller eine kurzweilige, superinteressante Führung mit Verkostung der köstlichen und gesunden Öle. Ursprünglich wurde in der Ölmühle Rapsöl zum Tanken produziert. Nachdem aber eine Steuer erhoben wurde, war dies nicht mehr rentabel. Und so wurde die Ölmühle zur Speiseölmühle.Es kam dann zur Fusion mit dem Hofladen Hollerbusch, der sich auf Produkte mit guter Bioqualität konzentriert. Timo Keller erklärt uns noch viel mehr, aber das würde jetzt hier den Rahmen sprengen. Jetzt kommen wir ins Spiel: welche Öle kennt Ihr? Wir erarbeiten gemeinsam: es gibt- Ölsaaten, wie Raps, Sonnenblume, Distel. Was denkt Ihr, wie hoch ist hier der Anteil an Öl, der gewonnen werden kann? Etwa 30 Prozent.- Nüsse und ölreiche Saaten: Kürbiskerne, Aprikosen, … Hier ist der gewinnbare Ölanteil ca. 50 Prozent- Früchte, wie Olive, Kokos, Avocado, ca. 65 Prozent – Fruchtkerne, wie Traubenkern, Erdbeerkern, Himbeersamen (interessant, ist in Vorbereitung, da ausgezeichneter Sonnenschutz mit LSF 40), Holunderkerne. Hier ist der gewinnbare Ölanteil kleiner 10 Prozent. Bei den Rohstoffen legen sie Wert auf so regional wie möglich, bei guter Qualität. Müssen die Rohstoffe aus dem Ausland kommen, dann legen sie sehr viel Wert auf Bio….Denn, es ist wie bei allem: nur ein guter Rohstoff, erlaubt gutes Öl. Bei Nussölen ist auch tatsächlich das Terroir entscheidend… |
Schwarzkümmelöl Wir sprechen lange über Schwarzkümmelöl, die neue Gesundheitswaffe für bzw. gegen alles… Das Gold der Pharaonen – entzündungshemmend, hilft gegen Zecken, gegen Allergien,… Schwarzkümmelöl macht tatsächlich einen sehr, sehr großen Anteil der Produktion aus mit 100 Tonnen … Hier gibt es zwei Sorten, Schwarzkümmel aus Ägypten und aus Österreich, bei der Verkostung schmecken wir den Unterschied! |
| Hochspannend, was Timo berichtet über den Einkauf der Ware. Hier erfolgt zunächst eine Probepressung von Mustern. Wird diese für gut befunden, dann wird die Charge reserviert. Aber das geschieht so: Timo schickt einen Inspekteur dorthin, dieser nimmt eine Probe, versiegelt die bemusterte Rohware, das Muster geht an Timo, dann ins Labor. Erst wenn da die Qualität bestätigt ist, bekommt der Inspekteur das OK und dieser kümmert sich dann um den Versand der versiegelten Ware. Alles damit nichts Minderwertiges untergeschoben werden kann. Schwarzkümmel gibt es mittlerweile auch aus deutschem Anbau. Timo hofft, dass dieser ausgebaut werden kann, um es regionaler zu gestalten. Er steht in engem Kontakt mit einem guten Ölsaatgutzüchter, hofft aber noch auf Mitstreiter, die den Schwarzkümmel dann auch anbauen. |
| Gläserne Manufaktur Wir gehen dann in die Gläserne Manufaktur, dort erklärt Timo im Detail die Herstellung: Es gibt zwei Methoden:- mechanisch pressen (uns wohlbekannt als kaltgepresst)- chemisch. Allein bei der Beschreibung möchte man das Endprodukt nicht mehr essen, sondern lieber seinem Auto geben: das Öl wird mit Hexan extrahiert, muss dann gereinigt werden mit vielen, vielen Chemikalien gereinigt werden, wird gedämpft = es ist ist tot 💀….. Diese Öle sind uns bekannt als raffiniert… So werden z.B. täglich 6000 Tonnen Raps derart zu Öl. Der hohe Aufwand lohnt sich offenbar, da so fast 100 Prozent des Rohstoffes zu Öl wird. |
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Back to School Und jetzt eine Lehrstunde Biochemie, Timo erklärt uns die gesättigten und ungesättigten Fettsäuren. Nur kurz: – Je mehr ungesättigte Fettsäuren, d.h. eine bis mehrere Doppelbindungen zwischen den Kohlenstoffatomen, desto gesünder, aber auch desto instabiler, solche Öle kalt lagern und nicht erhitzen.Omega 6 Fettsäure -verteufelt, aber benötigt, Omega 3-Fettsäuren, davon haben wir viel zu wenig, daher reichern sie manche Öle mit Fisch- oder Algenöl an.- Im Umkehrschluss: Je mehr gesättigte Fettsäuren, desto stabiler, daher sind diese Öle auch in der Regel fest, eigentlich sind es Fette: Butter, Kokosfett. Diese Fette sind sehr gut erhitzbar. |
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| Viel Theorie, schreiten wir zur Praxis, zur Verkostung! Es folgt eine Blindverkostung und wir müssen tippen, welche Öle wir testen. Wir waren gar nicht schlecht! Meine Verkostungsnotizen: 1. Drachenkopföl, scmeckt nussig und mild. Timo empfiehlt es für Smoothies (denn diese brauchen Öl, für die fettlöslichen Vitamine) 2. Mariendistelöl, schmeckt sehr würzig, Soll gut sein für die Leber. 3. Leindotteröl, schmeckt richtig grün, nach Spargel, grünen Erbsen, kräftig, lecker 4. Aprikosenkernöl, es ist sehr hell, schmeckt sehr mild, etwas kratzend im Rachen 5. Cashewnussöl, schmeckt nussig, sehr fettig, sehr mild im Abgang6. Kürbiskernöl, gut, das erkennen wir schon an der Farbe: sehr dunkelgrün, es schmeckt mild, denn die Kürbiskerne sind ungeröstet… Und nun kommen die gesunden Schwarzkümmelöle: 7. #1, schmeckt schon sehr medizinisch, kratzt im Rachen 8. #2, schmeckt extrem scharf, Medizin pur9. #3, ist danach eine Wohltat: man schmeckt Frucht und Frische, dank Orange und Minze, das ist wirklich schmackhaft. Es ist selbstredend, dass für viele für uns der Vormittag im Hofladen endet und wir uns mit den verkosteten Ölen (und einigem anderen) versorgen😋. Abschließend, HERZLICHEN DANK, Timo Keller, für die hochinformative, dennoch kurzweilige und interessante Führung!!! Wir durften viel fragen und haben sehr viel erfahren. Ich habe nur Auszüge hier wiedegegeben können und empfehle daher sehr, bei Interesse die Gläserne Manufaktur der Wasgau Ölmühle, den Hofladen Hollerbusch selbst zu besuchen. Führungen werden regelmäßig angeboten. |


Schwarzkümmelöl

