Rückschau: Vortrag/Demonstration „Eigenes Saatgut gewinnen“ am 27.3.

Frank Schmitt von Freie Saaten e.V. engagiert sich seit langem für den Erhalt von samenfestem Saatgut: Es geht darum, die Vielfalt des Saatgutes zu erhalten und dem Einerlei der modernen Hochertragssorten entgegenzuwirken und Arten zu erhalten, die ansonsten aussterben. 

Frank hat uns einen sehr kurzweiligen, interessanten und anschaulichen Vortrag geboten, der gespickt war von Tipps und Tricks und Demonstrationen, wie man sein eigenes Saatgut am besten gewinnt, aufbereitet, reinigt und lagert. 

Früher war es üblich, eigenes Saatgut herzustellen. Die Sorten waren samenfest und konnten leicht nachgebaut werden. Das daraus gewonnene Saatgut war gut an den heimischen Gartenboden und die Umwelteinflüsse angepasst. Heute kauft man in der Regel, Saatgut, das hochgezüchtet ist und nicht mehr vermehrungsfähig, die sogenannten F1-Hybride. Eigenes Saatgut, das samenfest ist, kann jedes Jahr wieder gewonnen werden und das ist nicht schwierig – wenn man den Tipps von Frank folgt. Prinzipiell gibt es zwei Unterschiede, trockene Samen, wie Bohnen, Erbsen, aber auch Radieschen sitzen in Schoten und können mehr oder weniger leicht daraus gewonnen werden. Man wählt natürlich nur die besten Samen bzw. bereits die besten Pflanzen aus. Die Früchte sollten im Vorfeld vollständig ausgereift sein. Dann sollte die Spreu vom Samen getrennt werden, auch hier demonstrierte Frank viele Alternativen.

Bei Samen, die im Fruchtfleisch sitzen, so z.B. Tomaten, Gurken und Kürbis sollte man die Samen ein paar Tage fermentieren: die Samen in ein Glas mit etwas Wasser und ein paar Tage gären lassen. Nach wenigen Tagen ist die gallertartige Masse um den Samen verschwunden und der Samen sinkt zu Boden. Dann kann man ihn abspülen und gut trocknen. Auf Toilettenpapier hat man gleich ein praktisches Saatband (für z.B. Salat). 

Das aller-, allerwichtigste, das betont Frank wiederholt, ist das sorgfältige Beschriften: der Aussaat, der ausgepflanzten Pflanze, des gewonnenen Saatguts – wie soll man sonst nachvollziehen, welche Tomate, welche ist?

Überzähliges Saatgut lässt sich z.B. in Saatgutbibliotheken, wie in Speyer oder Landau etabliert, tauschen.

Vielen herzlichen Dank Frank für den kurzweiligen Vortrag!